Corvin von Niriansee

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Corvin von Niriansee
Corvin von Niriansee Portrait.jpg
Hier kommt der Sturm!
Position: Baron von Niriansee (seit 1026)
Dient: Finnian ui Bennain
Stand: adlig
Profession: Ritter
Ausbildung: Raidri Conchobair
Zöglinge: Belthara ni Bennain (1021)
Charakter: Kriegsherr
Spezies: Mensch
Kultur: Keine Angabe
Geschlecht: männlich
Magie: nicht magisch
Größe: 9 Spann, 4 Finger
Gewicht: um 84 Stein
Augen: dunkelstes Blau
Haare: beinahe schwarz
Tsatag: 20. Rondra 994 (48)
Wohnort: Burg Niriansee
Gebiet: Provinzherrliche Lehen
Familie: Haus Niriansee
Familienstand: verheiratet
Partner: Samia ni Niamad (1008)
Eltern:  Neowen und Conwyn von Niriansee Zu Boron gegangen
Kinder: Aidari von Niriansee (1036)
Geschwister: Aestar, Phecalynn (Schwestern) Zu Boron gegangen
Verbündete: Haus Bennain, Haus Conchobair, Teile des Haus Stepahan, Praiowyn ui Llud, Rahjalyn Herlogan, Haus von Moorland, Kirche der Ifirn
Besonderes: Schwertmeister, ehm. Drachengarde


Wohlstand: Keine Angabe
Ruhm: Keine Angabe
Einfluss: ansehnlich


Gesinnung
Bürgerkrieg: nicht möglich
Unabhängigkeit: loyalistisch


Vollwappen Niriansee.png

Angaben von: 1035
NSC: Nein
Betreuer: Niriansee

Inoffizieller Charakter

Corvin von Niriansee ist der Baron von Niriansee.

"Wir sind und waren immer Schild und Schwert Albernias. Doch wir haben unser Credo teuer bezahlt. Meine Mutter und Schwestern tot, Burg Niriansee in Flammen, als wir den Thron gegen Isora im Bürgerkrieg verteidigten. Mein Vater tot, gestorben um Havena Zeit gegen die Orks zu verschaffen. Meine Heimat blutet und unsicher ist es, wie viel Blut ob der Politik schwacher Männer und Frauen und wie viel Blut ob unserer Ideale vergossen wurde. Heute bin ich der Letzte meiner Linie und mich hat der Sturm im Osten geschmiedet. Und ich sage Euch eins: Ich habe keine Zeit für die Spiele schwacher Männer und Frauen."


Beschreibung

Wer Corvin von Niriansee aus der Ferne sieht werden wohl zuerst seine Bewegungen auffallen, die Art und Weise, wie sich in ihm Kraft und Geschmeidigkeit mit Eleganz verbinden. Der Baron ist ein Meister der Schwertkunst und eine der schnellsten und präzisesten Klingen des Reiches - und jede seiner Bewegungen spricht davon, verrät den Einfluss von tulamidischem Schwerttanz, auch der Meisterschaft der Amazonen und sogar der Kunst der Elfen.

Insofern verwundert es nicht, dass seine hochgewachsene Gestalt trotz der kräftigen Muskeln schlank ist, dass nichts Schweres in seiner Erscheinung ist, dass er gelegentlich eher mit einem Panther verglichen wurde, denn mit den der Rondra heiligen Löwen, dass die Taille schlank ist trotz der breiten Schultern. Er misst ein gutes Stück mehr als einen Schritt und vier Spann, trägt das schwarze Haar oft etwas länger und betrachtet die Welt aus dunklen Augen, die nie Ruhe zu finden scheinen.

Der Baron tendiert zu schlichter Kleidung in dunklen, klaren Farben. Gerüstet erlebt man ihn in einem südländischen Ringelpanzer der schwarz eloxiert ist und so in der Nacht fast unsichtbar wird. Das legendäre Schwanenschild, ein metallenes Großschild in Blau mit silbernen Schwan, ist bei ihm wann immer er es braucht, wie er auch selten ohne sein Langschwert genannt Irik (der Bote) zu sehen ist, wobei er auch oft mit zwei Klingen kämpft.


Politik

Baron Corvin von Niriansee steht fest für Albernia, wobei weder er noch sein Vater je separatistisch waren. Seine wahre Treue gilt dem Land und Leuten. Es stand für ihn außer Frage, dass dies bedeutete Königin Invher zu folgen, als diese Albernia vom Reich lossagte, obwohl er dem Mittelreich lange diente und sich den Konflikt nicht wünschte. Corvin Handeln war jedoch zwingend: Es war ausgeschlossen sich Isora Ulaman von Elenvina zu unterwerfen, die für den Tod seiner Mutter und Schwestern verantwortlich war, zudem verband ihn mit Invher eine Freundschaft aus Jugendtagen und ein direkter Lehnseid.

Diese direkte Lehnstreue gegenüber der Albernischen Krone und nicht dem Abagunder Grafen wurde durch 1027 Invher erzeugt und 1032 durch Idra Bennain bestätigt - ein politisch brisantes Detail, bindet es doch genau jenen, dessen Blut älteste Ansprüche auf den Albernischen Thron hat (siehe hier).

Ansonsten hat der Nirianseer Baron wenig Bezug zum Albernischen Adel; zu lange war er fort. Inbesondere ist er nicht Teil des in Albernia oft zu sehenden Konfliktes zwischen alten und jüngeren Familien: Corvins Beziehungen sind persönlich und sein Wesen und Verhalten verschaffte ihm in allen Lagern Zustimmung wie auch Ablehnung.


Zitate

"Kind, es muss ein Niriansee dort stehen. Stark und Treu."
Idra Bennain zu ihrer Tochter, Königin Invher

"Ein Landesherr? Das wird sich noch zeigen müssen. Sein Vater Conwyn war einer - und der war auch Ritter. Aber Corvin? Schau ihn Dir doch an: Alleine die Bewegungen sagen alles! Ein Schwertmeister, sicher, aber siehst Du irgendwo die Ruhe, die sein Vater ausstrahlte? Sicher, die gleichen dunklen Augen, das gleiche dunkle Haar, selbst die Statur ist identisch, groß und kräftig. Aber darum geht es mir nicht. Der Mann lebt den Krieg. Und jetzt sag mir, wie soll er schlichten, wie richten? Ist ja niemand mehr da, es ihn zu lehren."
von Jamis, Hauptmann der Garde Hanufers, nach der ersten Begegnung

"Bleibt und seid unser Schild, wie es Euer Familie Ehr ist.
Bleibt und führt Euer Schwert gegen alle auf Eurem Land,
die nicht für uns stehen, wie es Eure Kunst ist.
Haltet Niriansee für uns."
Invher, Königin des Freien Albernia

"Niriansee ist des Nirianseers nicht mehr
- und doch auch niemanden sonst,
was immer derjenige auch glaubt,
der nun hält Stadt und Burg,
denn er hält nur Stadt und Burg.
Und nur für den Moment."
Nachricht des Barons an die Krone nach dem Verrat der Stadt Hanufer

"Habe Dich auf die Welt gebracht. War eine furchtbare Nacht, nicht so ruhig wie diese, nein, Sturm und Gewitter haben Dich begrüßt. Nie zuvor, nie danach, fand ich wieder ein Kind so ruhig bei Blitz und Donner, so wenig Furcht vor dem Sturm. Habe immer gewusst, Du trägst ihn in Dir.
Entfessle diesen Sturm, Corvin, entfessle ihn für Deine Familie, entfessle ihn für uns!"
Die alte Ulla Aergwic zu Corvin, als dieser den Kampf im Untergrund beginnt.

"Hier kommt der Sturm!"
Schlachtruf der Männer des Barons, damals im Osten, wie heute im Westen

"Was ich über Corvin von Niriansee denke? Nun, die einen sehen in ihm den Ritter, treu und stark.
Die anderen fürchten ihn als den Sturm, der ihr Verderben bringt.
Aber wer, ich frage Euch, wer sieht den Mann hinter diesen Bildern?"
Samia ni Niamad, Baronin von Orbatal


Lebenslauf

Im Rondra des ersten Regierungsjahres Hals wurde Corvin von Niriansee in einer stürmischen Nacht als erstes Kind des damaligen Barons Conwyn von Niriansee und seiner Frau Neowen geboren.

Der Sohn erfüllte rasch die Erwartungen des Vaters und wandte sich der Kunst der Herrin Rondra zu, was zu einer Knappschaft beim Grafen von Winhall, Raidri Conchobair, führte; eine nicht unerwartete Ehre für die Familie, die eine feste Freundschaft mit den Bennains verband. Corvin lernt hier unter anderen Invher ni Bennain kennen, die, etwas jünger, ebenso ihren Weg zwischen den Ansprüchen der Krone und jener der Rondra sucht. Die beiden verbindet letztlich eine feste Freundschaft, wobei die Prinzessin in dem jungen Mann besonders seine Gradlinigkeit und Verlässlichkeit schätzt und seine sich herausbildende Schwertkunst achtet, der Baronet hingegen Invhers tiefen Glauben an die Leuin bewundert und sie – wie eine Schwester – dafür liebt, dass sie ihm den Sinn hinter manchem Aspekt höfischen und religiösen Lebens erschließt.

Im Jahre 1006 trägt Raidri das 75. Donnersturm Rennen aus, was den vierzehnjährigen Corvin durch ganz Aventurien führt. Der junge Mann beginnt das Land für seine Vielfalt zu lieben und hat in Raidri in der Tat einen Herren, der Wander- und Abenteuerlust versteht und fördert.

Zwei Jahre vor seiner Knappschaft kommt auch Corvins zweite und jüngste Schwester Phecalynn auf die Welt, wogegen die erste, Aestar, bereits geboren wurde, als er sechs Jahre alt war. Während Aestar sich als wahrer Wildfang entpuppt, im Wald mehr zu Hause als sonst wo und immer dabei ihre Kräfte mit denen des Bruders zu messen, entwickelt sich Phecalynn zu einer ruhigen und anhänglichen Seele, die ihrem Bruder bedingungslose Liebe und Vertrauen entgegen bringt, obwohl sich die Geschwister so selten sehen. Zum Erstaunen seines Umfelds nimmt Corvin ihr gegenüber nicht nur die Rolle des älteren Beschützers ein, sonders erwidert ihre Gefühle. Nach Corvins Rückkehr von den weiten Reisen schockiert das junge Mädchen nun ihre Mutter, als sie dem angehenden Ritter gar nicht mehr von der Seite weichen will – und auf die Ermahnung hin, dass dies unpassend sei und sie dem Bruder Raum geben solle, traurig antwortet, sie müsse doch die wenigen Tage nutzen, die ihr noch mit ihm verbleiben.

In der Tat zeigt sich an diesem Tag die prophetische Gabe des Mädchens, denn als Raidri und sein Freund Cuanu 1009 ins Eherne Schwert aufbrechen um die Zitadelle der Dämonen zu finden, entlässt der Graf Corvin in die Lehre der Wanderschaft und betraut ihn mit einer Queste, die ihn letztlich nach Kurkum führen wird – doch die Geschwister werden sich nie wieder sehen:

Zwei Jahre später kommt es zum Albernischen Bürgerkrieg in dem sich Baron Conwyn als einer der ersten an die Seite seiner Fürstin begibt und so mithilft Cuanu den Thron zu retten - doch während seiner Abwesendheit wird Burg Niriansee von Isoras Schergen niedergebrannt und Neowen, Aestar und Phecalynn vergehen in den Flammen.

Bis heute halten sich bei wenigen Eingeweihten in Niriansee die Gerüchte, dass Phecalynn sich auf diesen Tag bezogen hatte und nicht auf die Wanderlust des Bruders, dass sie wusste was kommen wird – Gerüchte, gestützt durch ihre Abschiedsworte: „Viele Feuer werden Dich schmieden, mein Bruder, doch das heißeste von ihnen werden meine Augen schauen und nicht die Deinen.“

Corvin erfuhr von diesen Ereignissen erst Jahre später. Über seine Wanderjahre ist wenig bekannt: Er findet seinen Weg nach Kurkum, wo er erfährt, dass seine Queste weniger der Rondra, als dem Raidri dient, oder aber der Schwester der Leuin, Rahja. Er verlässt die Amazonen in Begleitung einer wilden Schönheit, die ebenso wie er nicht für den Dienst in einer Burg geschaffen ist und beide lernen mehr von einander, als ihre Schwertkunst zu perfektionieren. Später tritt er den Dornen der Rose bei, einem freien Ritterorden im Rashtulswall, dessen Großmeister ihm den längst fälligen Ritterschlag angedeihen lässt. Er verbringt viel Zeit im Süden Aventuriens, sieht Maraskan im Dienste des Reiches, steht im Norden gegen den Orken, lernt zu führen und zu lehren und befindet sich gemeinhin dort, wo seine Kunst wirkt: Im Kampf, sei es gegen Menschen, Untiere, Drachen oder Dämonen.

Mit dem Krieg gegen Borbarad verwandelt sich Corvins Welt in Asche. Er sieht Kurkum brennen, die Dornen der Rose untergehen und erreicht Raidri Conchobair erst wieder, als dieser 1021 aufgebart daliegt um seine letzte Reise anzutreten. Zu diesem Zeitpunkt kämpft er als Anführer kleiner Einheiten bereits seit zwei Jahren in Tobrien gegen die Dunklen Horden, wobei er oft hinter den Linien agiert und sich einen furchtbaren Ruf als Experte für Maraskansche Taktiken erwirbt.

Jahr und Tag später fällt Corvins Vater gegen den Ork und der Sohn findet das magische Wappenschild der Familie in seiner Hand, was ihn zurück nach Albernia ruft. Er erscheint vor Invher und schwört ihr Treue und Dienst. Obwohl beide es sich anders wünschen, finden sie nicht zu ihrer alten Nähe zurück, zu lange haben sie sich nicht gesehen, zu sehr haben sie sich verändert, zu weit entfernt sind sie nun, auch wenn sie sich noch immer instinktiv vertrauen und achten.

Corvin, ahnend was auf ihn zukommen wird, bereitet im Folgenden als einer der Ersten einen Widerstandskampf in Albernia vor. Invhers Befehle und ein Urteil Rondras durch Corvins Hand zwingen so bald darauf die Stepahans in die Dienste der Albernischen Krone, doch weder dies noch Erfolge auf dem Schlachtfeld verhindern den Fall der halben Baronie an den Nordmärker durch den Verrat der Stadt Hanufer. Im Folgenden lebt Corvin von Niriansee im Untergrund, ein Jäger seiner Gegner, doch selber gejagt durch die Bluthunde Isoras, die das erhebliche Kopfgeld für ihn kassieren wollen. Er bildet in dieser Zeit den Knappen Gothfraid Stepahan zum Ritter aus, wobei er die Pflichten des Knappenvaters von Dhearic Stepahan, übernimmt, mit dem ihn inzwischen eine feste Partnerschaft verbindet.

Als es zum Waffenstillstand zwischen den Reichen kommt, gewinnt der Baron seine Burg zurück, doch die Hoffnung auf Frieden ist trügerisch: 1032 rüstet die Kaiserin zum Heerzug gegen Albernia und Corvin antwortet auf Invhers Ruf zu den Waffen mit erstaunlich großer Truppenstärke, vollends bereit eher in den Untergang zu gehen, als Niriansee an Isora zu verlieren. Da der Konflikt jedoch militärisch nicht mehr zu gewinnen ist, lautet sein Rat an seine Königin zu verhandeln - aufgrund diverser Reisen, auch zu Idra Bennain in Elenvina wohl ahnend, was der Preis dafür sein mag.

Bald darauf findet sich Corvin an der Seite von Franka Salva Galahan, Rahjalyn Herlogan und anderen dort wieder, wo dieser Preis in der Tat festgelegt wird: Invher unterwirft sich zusammen mit dem Adel des freien Albernias der Gnade der Kaiserin, die Königin geht in die Verbannung doch Albernia wird verschont. Die im Range einer Fürstin eingesetzte Kronverweserin Idra bestätigt Corvins Titel und Ländereien, während Isora als Hoch- und Reichsverräterin fällt ohne jemals zu erfahren, wessen Hand ihr am Ende ein zu schlechtes Blatt gegeben hat.

Nach einer kurzen Phase der Ruhe bricht Corvin von Niriansee im Boron 1032 in den Osten auf; eine Reise die fast sechs Monate dauert und ihn in die Warunkei und nach Glorania führt. Er kehrt verändert zurück, ganz als sei der Ritter in ihm in den Vordergrund getreten um den Kriegsherren zurückzudrängen.

Diese Veränderung macht es Samia ni Niamad möglich sich verstärkt um den Baron, den sie seit langer Zeit liebt, zu bemühen. Corvin, sich seiner Gefühle und seines Willens sich zu binden nicht sicher zögert jedoch - worauf die deutlich jüngere Baronin von Orbatal eine Intervention bei der Kronverweserin Idra Bennain erwirkt. Jene, nicht willens das ihr treue Haus Niriansee enden zu sehen, verlobt die abagunder Nachbarn im Phex 1034. Es kommt im Peraine 1035 zu Heirat. Im Rahja 1036 kommt Aidari von Niriansee, die neue Stammhalterin Niriansees zur Welt.

Seit 1034 ist die Baroness von Fairnhain Belthara ni Bennain die Knappin Corvins.


Das Innerste Selbst

Jäger in der Nacht
Das Rudel war überall. Es verfolgte sie. Es eilte ihnen voraus.
Es hetzte sie. All ihre Stärke half ihnen nicht gegen das Rudel.
Es waren einfach zu viele. Doch kein Löwe ließ sich von Hyänen hetzen!
Stolz warf der alte Herrscher sich herum, stellte sich dem unausweichlichen Kampf.
Donnernd war sein Brüllen, edel seine Erscheinung,
mächtig die Schläge seiner Pranken, fürchterlich sein Biss.

Unendlich grausam war sein Ende.

Unfähig, es zu ertragen, begann der jüngere zu laufen, zu rennen.
Selber verletzt wusste er, dass sie seiner Spur folgen würden, dass sie auch ihn zu Tode hetzen würden...

Die Nacht brach heran, als sie ihn eingekreist hatten.
Gierig blinkten ihre gelben Augen in der Dämmerung,
Speichel lief ihre Mäuler entlang, hungrig zeigten sie ihre Zähne.

Am Ende seiner Kraft stellte er sich ihnen, sicher welchen Ausgang es nehmen würde.

Doch als die Nacht fiel, da blieb ihr Angriff aus.
Angst zeigte sich in ihren Blicken, als sie der lautlosen Bewegung in der Dunkelheit gewahr wurden.
Das Pack zerfiel, ein jeder für sich, Panik zeigte sich, als der erste von ihnen starb, seinen Tod nicht sehend.
Manchen gelang die Flucht. Vielen nicht.
Nicht einer von ihnen starb im offenen Kampf.

Beraubt um den stolzen Kampf Seite an Seite brüllte der junge Löwe seinen Zorn in die Nacht. Dies war nicht wie Löwen stritten!
Schnell setzte er der anderen Raubkatze nach, bevor deren tiefschwarzes Fell unsichtbar wurde in der Nacht.
Auf einem Felsen, hoch über dem Land, da stellte er sie, zornig, betrogen um seine Ehre.

Doch der Panther, ungeschlagener Jäger der Dunkelheit, beachtete ihn nicht.
Sein Blick ruhte auf seinem Revier, dessen Schönheit und Leben sich vor ihnen ausstreckte.

Dann drehte sich die große Katze, wandte ihren Blick auf das Land der Löwen.
Es war beherrscht von den Hyänen.
Eine Wüste von Asche.

Ein Leben nach dem Codex der Leuin.
Dann dieser Traum.
In der Rolle des Panthers.

Fiebertraum
Hitze. Immer wieder Feuer. Er verbrannte.
Fühlte sein Schwert wieder, als es sich durch die Kehle des Untiers bohrte,
sein Blick gefangen im Irisieren der riesigen Augen,
als das Feuer kam, ein letztes Mal, ein weiteres Mal,
als das Feuer kam, den Schwertbruder zu verbrennen...
Stand wieder in den Ruinen der berühmten Amazonenburg,
durchschritt die Glut, auf der Suche, immer auf der Suche,
bis er ihr Amulett fand, nichts als ihr Amulett,
keinen Körper, den er zu Grabe tragen konnte...
Machte wieder den Schritt auf die lebende Fackel zu,
zu dessen Füßen seine Leute lagen, die Augenhöhlen leer, verbrannt,
spürte, wie sein Schild zu brennen begann, seine Rüstung zu glühen...
Rannte wieder durch die Flammenhölle seiner Väter Burg,
rannte um Mutter und Schwestern zu erreichen, kam doch zu spät,
kam Jahre zu spät und sah sie erneut in der Feuerbrunst vergehen,
das Lachen Isoras in den Ohren, ihren Jubel, Ihre Worte
"Du bist der Letzte, Corvin, der Letzte!"...
Sah sich im Osten die Toten bestatten,
ein Meer von Gräbern in verfluchter Erde,
sah sich durch Albernia gehen, über Asche, alles Asche,
sah wie sein Leben davon wehte im Wind,
spürte, wie der Wind das Feuer erneut entfachte,
wie die Glut zurückkam, wie sie nach ihm griff,
und es gab nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnte, nichts...
Er drehte sich den Flammen zu.

Hitze. Immer wieder Feuer.

Er spürte, wie sich eine Kühle auf seine Stirn legte, wie jemand da war.
Seine kleine Schwester? Wie konnte das sein? ...tot...
Ihre Hand war ruhig und sicher, anders als... als...
Er erinnerte sich an eine Berührung, die Linderung brachte,
welche die Hitze nahm... und wie seine Hand gehalten wurde...
so unsicher... mit so viel Angst...

Nimm die Linderung, die sie bringt...
Nimm ihre Angst und erinnere Dich...
Erinnere Dich... was Du bist... wer Du bist...
Ritter, Schild und Schwert...
Niemand muss sich an Deiner Seite fürchten...
Ein Dorn der versunkenen Rose...
Niemand an Deiner Seite muss Angst spüren,
wenn Du Dich erinnerst...

Er spürt den kühlen Wind in seinem Gesicht,
schmeckt die Macht des Flussvaters in der Luft,
spürt den Herzschlag Albernias,
sieht die dunklen Wälder seiner Heimat,
und das Funkeln des stillen Niriansees.
Sein Arm hält den Schwanenschild,
seine Hand greift das Langschwert.

In der Kühle der Nacht beginnt er im Sternenlicht den uralten Tanz,
geht durch Formen und Muster, findet Ruhe in Bewegung,
Kraft in Konzentration, Stärke in Können...
und im Wissen nicht alleine zu sein.