Turnier um die Grafschaft Großer Fluss (1029)

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Auf Beschluss Ihrer Königlichen Majestät Invher ni Bennain von Albernia wurde der vakante Titel des Grafschaft Großer Fluss|Grafen vom Großen Fluss dem Baron Kieran Albenbluth von Windehag verliehen, der sich in einem Turniere ausgetragen Peraine 1029 auf Schloss Feenquell durch der Götter gefälligen Wettstreit als würdig erwies.

Irdisch wurde dieses Ereignis auf dem Albernia-Konvent 2006 auf der Wasserburg Heldrungen ausgespielt.


Bericht aus der Havena Fanfare Von Milahec Wortreich<br\>Korrespondent am Albernischen Hofe


Wenn Königin Invhers Ruf ertönt

Zu Gast auf Feenquell, zu streiten unter den Augen der Königin Albernias, teilzuhaben am Treffen der wichtigsten Häupter des Landes, seinen sie gekrönt, von Stande oder einem der Zwölfe geweiht – wer könnte diesem Ruf wohl widerstehen? Wahrlich, wenn Ihre Königliche Majestät ruft, dann eilen alle herbei, sich der Herausforderung des Wettstreits zu stellen, das Treiben der Gaukler zu bewundern, den Barden zu lauschen, das bunte Treiben zu genießen.

Von Nah und Fern kamen die Gäste zur Wasserburg Feenquell, kamen aus dem Freien Albernia, kamen aus den Landen des Widerstands, selbst quer durch das Reich, aus Weiden reisten Ritter und Gesandte an, doch andere Gäste, von näher bei waren es, welche die meiste Verwunderung auslösten: Streiter aus den Nordmarken, Abgesandte mit einer Nachricht des grausamen Jast. Ihnen allen, auch den letztgenannten, gewährte das freie Albernia Gastrecht und Geleit.

Dies war wohlgetan, denn so erreichten nicht nur alte Freunde und neue Verbündete den Hof Ihrer Majestät, sondern auch das Banner des Königreichs, verloren in den Auen durch Verrat, zugesprochen uns durch Kaiserlichen Richtspruch, nun überbracht durch Nordmarker Hand und sogleich ausgesetzt von Invher erneut zu gewinnen durch der Leuin gefälligen Kampf, zu Ehren des gehaltenen Worts des Gegners sagen die einen, um es nicht als Gabe annehmen zu müssen die anderen.

Vom Streiten der Recken

Vielfältig waren die Waffengänge auf Burg Feenquell, Vielzahl waren die Streiter und hoch war ihre Fertigkeit in der Rondra Künste. So traten die Ritter und Adligen in die Schranken, um sich in Lanzengang, mit Schwert und Schild oder dem Bihänder zu messen. Doch da es der Königin Beschluss war, dass ein jeder streiten könne, um die Würde der Grafschaft, ward es auch dem gemeinen Freien erlaubt den Bogen zu erheben, oder sich im Stockkampfe zu messen – was, nicht verwunderlich in Albernia, selbst manch einer des hohen Standes tat. Abschluss und wahrlich ein Höhepunkt war jedoch das Gestampfe, in dem Gruppe gegen Gruppe stand und die Fähigkeit des Einzelnen vereint werden musste mit der Strategie und der Kunst zu führen.

Wahrlich könnte man Wort an Wort reihen um all die Ereignisse zu beschreiben, die sich abspielten – jedoch, es erscheint nicht sinnvoll, denn wie kann ein Mann der Feder ermessen, was wahrlich würdig war zu berichten? Sicher bliebe Vieles ungenannt und dies könnte wohl als eine Beleidigung gelten… und, nach allem was ich sah, mag ich dieses nicht riskieren.

So sei denn nur einiges erwähnt, wie die großen Erfolge der Ritter der Krone unter ihrem Hauptmann Elron Fenwasian, vor denen Streiter um Streiter fiel; der Ritterkunst der Weidener, die sich so unterschiedlich manifestierte wie in der Kraft eines von Blauenburg oder der Taktik eines Crumold, der die seinen im Gestampfe zu einer beispiellos kompakten Einheit formte; aber auch der Ritterlichkeit der Streiter aus den Nordmarken, die trotz dessen, dass ein jeder ihren Fall ersehnte, nie auch nur einen Hieb setzten, der nicht der Rondra gefällig war und so selbst ihren erbitterten Gegnern Respekt und Achtung abtrotzten.

Vom Wettstreite in Wort und Klang

Neben dem Kampfe bestimmte jedoch auch die Herrin Hesinde das Geschehen, ist Ihr doch die Kunst von Wort und Musik heilig, zwei weitere Wettstreite unter Invhers Schild. Die Kunst der Barden war, wie so oft, auch eine Bühne für die Schönheiten Albernias, die mit Instrument oder glockenheller Stimme ihre Stücke zum Besten gaben. Zum Erstaunen mancher trug hier jedoch nicht eine berühmte Bardin wie Baronin Merewyn den Sieg davon, sondern ein Ritter der Arodons, der mit Gedicht und Sonett auch manchen Spottvers verband und so die Zustimmung der Menge fand.

Letzteres war wahrlich bemerkenswert, besonders in Zusammenhang betrachtet mit dem zweiten Wettstreit dieser Art, einem Duell der Rede in dem Fälle von Moral und Recht zu erörtern waren. Auch hier brillierten letztlich die Ritter, im konkreten Fall der Ritter der Krone Praiowyn ui Llud, und nicht nur jene Gelehrten von denen man es hatte erwarten dürfen, wie den Präzeptor des Sacer Ordo Draconis, dessen Worte uns an anderer Stelle in dieser Fanfare erfreuen. Das Urteil der Versammelten zeigte dabei eine Besonderheit, die uns bemerkenswert erscheint, wenn auch nicht verwundert, betrachtet man die Situation Albernias dieser Tage: Immer stellte sich die Menge auf die Seite dessen, der den Fall des niedrigen Standes vertrat: Für den Bauern, gegen den Baron; für den Baron, gegen seinen Grafen, und so fort. Wahrlich wollen wir hoffen, dass dies trotz allem ein Urteil über die Redekunst der Betreffenden war – und kein Zeichen, dass die vertretenden Stände Albernias jede Ordnung umstoßen wollen.

Falsches Spiel und ein Sieg für alle

Neben Ruhm und Ehre galt es nun in all den ausgetragenen Wettstreiten ein Weiteres zu erobern: Siegsteine, von denen es einen pro Teilnehmer und einige für jeden Erfolg gab. Die Turnei sollte so viele Sieger haben, aber Graf werden nur derjenige oder diejenige, welche die meisten Steine in der eigenen Hand vereinen könne. Denn, so war es unserer Majestät durch die Weisheit Hesindes eingegeben, die Grafenwürde sollte zieren, wer führen konnte, wem geglaubt wurde, wem die meisten und die Erfolgreichsten vertrauten. Nachdem ein jeder Wettbewerb ausgetragen ward, traten so dann vier Anwärter für die Krone an: Baron Glennir ui Llud von Abilacht, Baron Kieran Albenbluth von Windehag, Baronin Ailill ni Bennain von Brauningen-Binsböckel von Hohelucht und Baronin Macha Arodon von Weidenau, vertreten durch einen ihrer Ritter. Sie alle hatten eine erkleckliche Anzahl der begehrten Steine auf sich versammeln können und erbaten jetzt die Gunst der verbliebenen Unentschlossenen, von denen es jedoch nur noch wenige gab. Nicht unentschlossen aber neutral verhielten sich die meisten der Garderitter der Krone, die ihre Steine Königin Invher zurückgaben, um der Majestät Neutralität zu garantieren. Die Baronin von Hohelucht überraschte nun die adlige Gesellschaft, da sie dem Baron von Windehag unterstützte und diesem ihre Siegsteine überreichte – was ihn an die Spitze des Feldes setzte. Und doch ward so nicht alles entschieden, denn die Zahl der ausgegebenen Steine stimmte nicht mit jener überein, welche die Krone ausgegeben hatte: Es waren unheilige dreizehn zu viel, zählte man jene mit, die, wie jetzt berichtet wurde, bereits zuvor aus dem Umlauf genommen wurden, da wache Augen und Ohren zu Zweifeln an Quelle und Echtheit der Steine geführt hatten, ohne dass unsere Adligen der Versuchung erlegen waren, ihre Chancen auf den Sieg durch unrechtes Tun zu erhöhen. Wahrlich perfide der Plan, so Unfrieden zu stiften und der geneigte Leser mag in dieser Ausgabe an anderer Stelle mehr über das verdammte Wirken lesen, welches hier den Frieden stören wollte.

Doch gepriesen seien die Zwölfe: Die üble Saat ging nicht auf. Nicht nur, dass Geweihte, Adel, Ritter und Gemeine nun einig standen, die Dinge aufzuklären, auch führten akribische Nachforschungen dazu, dass genau festgestellt werden konnte, wem wahrlich wie viele Steine des Sieges gebührten: Es blieb was war: Baron Kieran Albenbluth entschied das Ringen um die Grafenwürde für sich, doch der wahre Sieg war jener für uns alle, der Sieg der Wahrhaftigkeit gegen die Lüge.

Würde und Bürde des Siegers

Die Grafschaft Großer Fluss hat somit einen neuen Herrn: Hochwohlgeboren Kieran Albenbluth von Windehag, Gemahl der hoch verehrten Baronin Wilimai von Windehag. Noch am Abend des letzten Turniertages krönte unser aller Königin den verdienten Recken zum Grafen und nahm seinen Lehnseid entgegen, wie auch sie ihm nach Albernischem Recht Treue und Schutz schwor. Mögen die Zwölfe seiner Regentschaft wohl gesonnen sein!

Die Grafschaft besteht aus zehn Baronien: Im Norden liegt Westpforte zwischen Küste, Seen und nostrischer Grenze; es folgen Nordhag, Ylvidoch und Yantibair im Seenland; Weidenau, Altenfaehr, Grenzmarken und Hohelucht säumen den Großen Fluss, wogegen Windehag an der Küste an die Mark Windhag angrenzt und Fuxwalden im Hinterland liegt. Der neu erwählte Graf freute sich sichtlich gleich nach seinem Schwure mit Ihrer Königlichen Mäjestät seine Barone um sich versammeln zu können und auch mit ihnen den Lehnseid in einer bewegenden Zeremonie austauschen zu können, ein Triumph der Einigkeit und Stärke Albernias.